Keine Frage: Jedes Viertel in Köln ist ein „Superveedel“. Denn so gut wie überall in der Domstadt lässt es sich gut leben. Aber mit dem Begriff „Superveedel“ ist jüngst tatsächlich etwas anderes gemeint: Die Verkehrswende soll voran getrieben werden. Verschiedene Viertel in Köln sollen zu einem „Superblock“ umfunktioniert werden, getreu dem nachhaltigen Stadtumbau in Barcelona. Wir zeigen euch, was ihr über das neue Superveedel in Köln wissen müsst.
Mehr Grün und Plätze für Menschen

In einem Superblock gibt es verkehrsberuhigte Straßen für Menschen und mehr öffentlicher Raum für Begegnungen. Lieferverkehr kann noch durchfahren, aber der Großteil aller sonstigen Autos wird umgeleitet. Wer auf sein Fahrzeug angewiesen ist – beispielsweise ältere Leute – soll dies weiter tun können. Mehr Bäume und entsiegelte Flächen sollen für weniger Hitze im Sommer sorgen und saubere Luft.
Der Stadtgarten e. V. wünscht sich schon länger weniger Autos und mehr Bäume im Viertel. Den Park-Platz-Tag am vergangenen Sonntag nutzte der Verein, um seine neuen Ideen dazu vorzustellen. Hier soll das zweite Superveedel in Köln entstehen. Konkret soll der Platz an der Christuskirche ein dauerhafter Treff- und Aufenthaltsort mit gepflanzten Bäumen und Sitzmöbeln werden.
In Köln ist bereits ein Superveedel in Planung. Im Winzerveedel wird es einen solchen Block bald geben, wurde jüngst im August beschlossen: Die sieben Straßen Burgunderstraße, Trierer Straße, Pfälzer Straße, Saarstraße, Am Duffesbach, Eifelstraße und Moselstraße gehören dazu. Hier soll der öffentliche Raum neben der Verkehrsberuhigung noch grüner gestaltet sein.
Umsetzung und Herausforderungen

Einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung des Stadtgarten-Superveedels gibt es noch nicht. Das Verkehrsdezernat prüft, wie der Durchgangsverkehr aus dem Viertel herausgenommen und Parkplätze kompensiert werden können. Dazu analysiert einn Unternehmen die genaue Nutzung von Parkplatzflächen: Im Viertel gibt es 600 öffentliche und 1100 private Parkplätze, von denen die privaten nur zu 50 Prozent ausgelastet sind. Diese ungenutzten privaten Stellplätze für Anwohner:innen sollen dem Konzept nach zugänglich sein.
Das Konzept für das neue Superveedel in Köln wird aller Voraussicht nach im ersten Quartal 2026 fertiggestellt. Wenn die Pilotprojekte erfolgreich sind, könnte Köln insgesamt bald schon anders aussehen: Auch im Agnesviertel und im Clouth-Quartier in Nippes wollen die Nachbar:innen ebenfalls eine Umgestaltung des öffentlichen Raums, die uns Menschen wieder in den Mittelpunkt stellt.